Die Veranstaltungen in der Kammerbühne werden sich in der Freiburger Spielzeit 2008_09 mit der "Festung Europa" beschäftigen. Mit Stücken, Recherchen und Diskursen sollen die unterschiedlichsten Aspekte dieses Themenfeldes untersucht werden. - Wovon sprechen wir, wenn wir von Europa sprechen? Wer gehört zu Europa? Wer entscheidet in Europa? Was ist gut an Europa? Was macht den Menschen in Europa Angst? Was bedeutet Europa für die Welt? Der Künstler Moritz Müller hat für dieses Jahresprojekt einen Raum konzipiert und gestaltet, der zur Bühne für alle Projekte und Veranstaltungen wird. Regelmäßig wird es von Müller Raum-Interventionen geben, doch jedes Thema/ jede Inszenierung soll ihre eigenen Spuren hinterlassen, die nicht entfernt werden, sondern zur Grundlage für neue Entwicklungen werden: Stoffe, Themen, Geschichten sollen sich in der "Festung Europa" sedimentieren, akkumulieren. Nichts bleibt wie es ist. Auch nicht für die einzelnen Produktionen im Laufe der Aufführungen, denn andere Geschichten werden den Raum verändern.

Moritz Müller: "Es geht mir nicht um Abbildung, sondern um Vergegenwärtigung. Es kann dafür kein geendetes, kein gesetztes Bild gefunden werden. Man könnte ein Lager einrichten, eine Grenze ziehen, Stacheldraht hinlegen oder Parks anlegen, doch das würde der Komplexität Europas nicht gerecht werden. Das wäre Kitsch, bestenfalls verspielte Einzelaktion. Hier sollen Spuren entstehen, ein Archiv entstehen, das Positive, das Ideelle, die Errungenschaften Europas beachtet werden aber auch das, was Angst macht: Überwachung, Rechtlosigkeit, Bürokratie, Schattendasein."

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